Das gequetschte Ei

Zu Ostern freue ich mich immer ganz besonders auf meine Experimentierwerkstätten. Denn ist ist EIER-Zeit. Eier erlauben so unterschiedliche Experimente zu den buntestens Themen.

Warum legen Vögel Eier? Welche Tiere legen eigentlich noch Eier? Warum hat das Ei diese besondere ovale Form? Oder wie kann ich mit einem Ei erklären, warum es sinnvoll ist, sich im Auto anzuschnallen? Das sind nur wenige der lustigen Experimente, die Du mit einem Ei durchführen kannst.

Schwupps…ein goldenes Ei gelegt.

Eines der beeindruckendsten Experiment möchte ich Dir heute vorstellen. Gemeinsam werden wir ein Ei in eine Glasflasche zaubern…und das, ohne das Ei mit unseren Händen oder einem anderen sichtbaren Hilfsmittel.

Was wir benötigen: 1 gekochtes 8-Minutenei, leere & saubere Milchglasflasche mit dickem Hals, Wasserkocher oder langes Streichholz, Kochlappen o. dickes Handtuch o. Isolierhandschuh, Trinkhalm, Papiertücher

Was zu tun ist: Zuerst kochst Du Dein Ei & läßt es abkühlen. Nun wird das Ei vorsichtig geschält, denn das Eiweiß sollte möglichst nicht „verletzt“ oder zerstört werden.

Was passiert, wenn Du das Ei auf die Öffnung Deiner Flasche stellst? Richtig: das Ei bleibt auf der Flasche sitzen. Hast Du eine Idee, wieso es nicht in die Flasche hinein fällt?
Auch richtig: es hat keinen Platz! Na…dann machen wir ihm jetzt welchen.

Die Öffnung ist verschlossen.

Wenn Du das Ei später noch essen möchtest, dann führst Du dieses Experiment mit heißem Wasser durch. Fülle kochendes Wasser in die Flasche. Bis sie ganz voll ist. Wenn Du das Ei erneut auf die Falsche setzt kannst Du dieses Mal sogar sehen, dass es keinen Platz hat.

Wenn Du kurz gewartet hast schüttest Du das heiße Wasser aus der Flasche zurück in den Wasserkocher. Aber bitte schütze Deine Hände mit einem Handschuh, Topflappen oder Handtuch.

Sobald das Wasser aus der Flasche heraus ist, setzt Du das geschälte Ei so auf die Öffnung, dass es diese luftdicht verschließt. Am besten setzt Du dazu die Spitze Seite zuerst auf. …und jetzt wartest Du kurz.

Das wirst Du sehen…gerade ist das Ei noch auf der Flasche…schwupps…liegt es drin.

Was wir gelernt haben: In der Glasflasche ist nicht nichts, sondern Luft. Diese besteht aus unterschiedlichen Teilchen, den sogenannten Molekülen. Dazu zählen u.a. Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid & Edelgase. Diese verteilen sich gleichmäßig im Raum. Dazu zählt, wenn die Flasche geöffnet ist, auch das Innere der Glasflasche. Vor dem Experiment sind also innen & außen gleich viele Luftteilchen.

Wenn wir heißes Wasser in die Flasche füllen, dann sorgt diese Hitzeenergie dafür, dass auch alle Teilchen in der Umgebung erwärmt werden. In dem Moment, in dem wir das Wasser wieder aus der Flasche heraus schütten, erwärmt sich gleichzeitig die einströmende Luft.

Heiße Luftteilchen haben aber eine geringere Dichte. Sie benötigen mehr Platz, den sie nur außerhalb der Flasche finden. Jetzt befinden sich auf gleicher Fläche also weniger Luftteilchen in der Flasche, als außerhalb. Das Ei wird aufgesetzt & versperrt den weiteren Austausch der Gasteilchen.

Da keine Hitzequelle mehr vorhanden ist, kühlt allmählich die heiße Luft ab. Die Luftteilchen benötigen weniger Platz, positionieren sich also dichter gedrängt & plötzlich ist „Platz“ in der Flasche, der eingenommen werden kann. Da Luftteilchen bestrebt sind, sich gleichmäßig zu verteilen, „versuchen“ die enger stehenden Luftteilchen aus der kälteren Umgebungsluft diesen freien Platz einzunehmen. Doch dazwischen steckt das Ei.

Die kalten Luftteilchen aus dem Raum drückt also das Ei in die Flasche hinein & kann dann die Flasche wieder vollständig mit Luft auffüllen, was wir natürlich nicht sehen können.

Wenn Du das Ei jetzt wieder aus der Flasche herausholen möchtest, dann kann das erneut die Luft für Dich erledigen. Nimm einen Trinkhalm & stecke ihn durch das Ei hindurch. Jetzt pustest Du so lange kräftig in die Flasche hinein, bis das Ei von alleine wieder heraus rutscht.

Frohe Ostern… (Quelle: Pixabay).

An dieser Stelle siehst Du, ob das Ei die Öffnung tatsächlich verschließt, denn solange es am Ei vorbei einen Luftaustausch gibt, kann sich kein Druck im Inneren der Flasche aufbauen, der für den „Rauswurf“ des Ei’s aus der Flasche nötig ist.

Falls Du Deine Verwandten am Ostertisch beeindrucken möchtest, solltest Du also eine leere & saubere Milchglasflasche plus einen Trinkhalm einpacken. Eier sollten bei einem Osterfest ja nicht fehlen.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Spaß beim Nachmachen.

Deine Andrea

2 Gedanken zu „Das gequetschte Ei“

  1. Coole Idee, Andrea! Das werden wir auf jeden Fall an Ostern ausprobieren :-). Liebe Grüße und Happy Easter, Alex

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